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Der Porsche Macan 3.0 V6 Diesel S - der Zuffenhausener Einstiegs-Allrounder

 

Egal was Porsche in seiner über 85-jährigen Firmengeschichte auf den Markt brachte, es überraschte, bewegte die Autogemüter und verkaufte sich wie geschnitten Brot.

Mit dem Macan ergeht es den Zuffenhausener nicht anders. Ihr kleiner SUV unterhalb des Cayenne teils sich die technische Basis mit dem Audi Q5, optisch ist aber weder außen noch innen eine Verwandtschaft zu sehen. Der Porsche Macan wirkt sehr dynamisch und auch graziler als sein großer Markenkollege Cayenne. Vor allem das knackige Heck mit den neuen LED-Rückleuchten ist sehr gelungen.


Mit einem Basispreis von 56.264€ für den 2.0-Liter Vierzylinder Basis-Macan mit 185 kW/252 PS ist er bereits ein attraktives Angebot. Der von uns getestete Macan S Diesel legt bei 61.143€ los, bietet dafür einen laufruhigen 3-Liter 6-Zylinder unter der Haube und ist mit seinen 190 kW/258 PS keineswegs untermotorisiert, zumal die Kurbelwelle einen Drehmomentbums von 580 Nm zu verarbeiten hat. Für ein sowohl harmonisch wie sportliches Vorankommen sorgt das 7-Gang Porsche Doppelkupplungsgetriebe (PDK) mit manueller Betätigung und Automatikmodus.


Und für Stammtischdiskutierer sei hier erwähnt, der Macan Diesel S geht von 0 auf 100 km/h in 6,3 Sekunden (mit dem optionalen und empfehlenswerten Sport-Crono-Paket in 6,1 Sekunden) und läuft 230 Spitze. Bremsentechnisch ist Porsche seit jeher eine Hausnummer für sich, der Macan kommt beim Standardwert von 100 auf 0 nach ca. 35 Meter zum Stehen.

Wobei wir auch schon beim immer und immer wieder heftig dikutierten Thema Verbrauch und Umwelt angelangt sind. Porsche gibt einen Verbrauch von 5,7 - 6,9 Liter Diesel an, dabei bläst die 4-Rohranlage unter der Heckschürze eine kombinierte CO2-Emission von 164 - 159 g/km ins Freie. In der Praxis bestätigen sich die Werksangaben, um die 6 Liter sind realistisch und versprechen bei einem Tankinhalt von 60 Liter Reichweiten um die 1.000 Km. Sicher, wer seinem rechten Fuß ständig signalisiert, das Gaspedal durchzudrücken, landet bei 8 Liter. Aber auch das ist noch verhältnismäßig genügsam und wird vom Spaßfaktor wett gemacht.


Was nun die Grundausstattung angeht, kommt der Sport-Offroader keinesfalls nackig zum Kunden. Serienmäßig an Bord sind unter anderem 18"-Leichtmetallfelgen, elektrische Fensterheber, Klimaautomatik, Komfortsitze vorne, eine Offroad-Taste, Tempomat und vieles mehr.

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Noch länger als die Liste der Serienmitgift kann aber die Liste der Optionen ausfallen. Bei unserem Testauto waren unter anderem noch das Active Suspension Management, Bi-Xenon-Scheinwerfer, ein Bose Surround Sound-System, das Lederpaket, der ParkAssist inkl. Rückfahrkamera, das Porsche Communication Management inkl. Navi, 21"-Leichtmetallfelgen, das Sport Chrono Paket, Sportsitze inkl. Memory und elektrischer Verstellung und noch einiges mehr an Bord. Der Gesamtpreis des Fahrzeugs schrammte damit nur knapp an der 90.000er-Grenze vorbei.
Im Innenraum zeigt sich der Macan wie ein typischer Porsche. Der Drehzahlmesser ist  zentral platziert und von zwei weiteren Rundinstrumenten flankiert, wobei im rechten die Daten für Bordcomputer, Musik oder Navi dargestellt werden. Sehr schön wirkt auch die Mittelkonsole, die zum einen recht futuristisch und zum anderen sehr sportlich anmutet. Der Mix aus Chromzierleisten und Leder wirkt sehr hochwertig, und man fühlt sich im eng geschnittenen Cockpit auf Anhieb sehr wohl.


Das Platzangebot für die Fond-Passagiere ist etwas knapper bemessen, aber vetretbar. Dafür ist trotz des dynamisch gestalteten Hecks das Kofferraumvolumen überaus üppig dimensioniert. Zwischen 500 und 1.500 Liter fasst das Gepäckabteil, und als praktisches Feature lässt sich die Heckklappe auch elektrisch öffnen und schließen. Sehr bequem sind auch die Sitze ausgefallen, die auf langen Strecken viel Komfort und in schnellen Kurven guten Halt bieten.


Die Übersichtlichkeit ist durch die kleinen Fenster und die breite C-Säule nicht ganz so gut, dafür ist der Macan sehr wendig, auch wenn die Lenkung nicht gerade die leichtgängigste ist. Dafür ist sie aber umso direkter. Der Macan empfiehlt sich auch als angenehmes Langstreckenfahrzeug. Die Geräuschdämmung ist rundum hervorragend gelungen, und im Vergleich zu den Sportautos der Marke dringen kaum störende Geräusche in den Innenraum vor. Selbst der Diesel erledigt seine Arbeit so leise, dass man kaum glauben würde, in einem Selbstzünder zu sitzen. Die Soundingenieure haben es geschafft, dass der Diesel eher nach V8 Benziner klingt.


Im Vergleich zum Cayenne fährt sich der Macan spürbar agiler. Er fühlt sich wendig wie ein Kart an, und auch die Straßenlage ist für einen SUV eine Klasse für sich. Selbst unter extremen Bedingungen klebt der Macan noch auf der Straße, was dem Allradantrieb zu verdanken ist. Der Macan hat auch eine Offroad-Taste, die im Gelände alle Systeme ganz auf den Einsatz abseits der Straßen trimmt. Doch die meisten Macan-Modelle werden Offroadbereiche mehr oder weniger von aspaltierten Straßen aus zu sehen bekommen.Aber gut zu wissen, dass sie es können.


Im Fazit betrachtet ist der Macan S Diesel wohl der effizienteste Porsche und hat in unserem Test gezeigt, dass auch ein SUV das Zeug zum Porsche hat. Im Vergleich zum Cayenne ist er  wesentlich dynamischer zu bewegen und kann mit viel Fahrspaß aufwarten. Wenn irgendwann hoffentlich der noch der stärkere Diesel unter der Macanhaube Einzug hält, hat man den perfekten Mix aus Porsche, Geländewagen und Sparsamkeit gefunden.  Selbst wenn die Preise für einen Porsche auf den ersten Blick exorbitant erscheinen, ein Porsche ist sein Geld wert. Vor allem in Bezug auf Langlebigkeit und Verarbeitung, da kann wohl kaum eine Marke weltweit gegenhalten.

 

Porsche

Unser Testwagen wurde freundlicher Weise vom Porsche-Zentrum Bad Homburg/Oberursel zur Verfügung gestellt. An dieser Stelle unser herzlicher Dank!

Bericht: Guido Strauss/Fotos: Jürgen Krohne